frauschindler

Was für eine Woche

Seit 7 Tagen gehen die Schüler der 1b nun zur Schule. In dieser Woche haben wir schon eine Menge gemacht. Ganz viel Neues kam auf die Jungs und Mädchen zu. Und sie haben das richtig klasse hinbekommen. Vor allem haben wir diese Woche genutzt, um erste Strukturen zu legen. Die Frage “Wie geht eigentlich Schule?” stand im Mittelpunkt. Es ist gar nicht so einfach zu verstehen, dass man 5 Stunden täglich Schule hat, große und kleine Pausen dazwischen sind, dass man sich beim ersten Klingeln an der Wasserpumpe treffen soll und überhaupt “Mit wem gehe ich in die Pause und was mache ich da eigentlich?”.

Im folgenden möchte ich einen Tag exemplarisch ewas ausführlicher vorstellen, um die Leistung der Kids in dieser ersten Schulwoche ihres Lebens zu verdeutlichen und darzustellen, wie sehr sich Schule seit der eigenen Schulzeit verändert hat: Die Schüler “trudeln” morgens zwischen 8.00 und 9.00 ein. Dies hat zum einen den Vorteil, dass die Familien sich langsam an den Schulalltag gewöhnen können. Die Kinder wiederum können in Ruhe im Klassenraum ankommen und sich zurechtfinden lernen und mit Klassenkameraden schnacken. In dieser “Freiarbeitszeit” sollen die Kinder sich eine Aufgabe aussuchen. Aktuell können sie wählen zwischen lesen, bauen, malen, kneten, puzzeln und Spiele aus dem Bereich Konzentration, Wahrnehmung, Logik.  Ich kann diese Zeit sehr gut zum Kennenzulernen der Schüler nutzen, zum Beobachten und um kurze Fragen der Eltern zu beantworten. Um 9.00 Uhr gibt es dann ein vereinbartes Signal, alle räumen auf und kommen in den Morgenkreis. Hier begrüßen wir uns zuerst, im Moment mit einem Lied, zählen die Kinder durch, nennen das Datum und besprechen den Tagesablauf, darauf folgte entweder eine Erzählrunde (erste Kommunikationsregeln wurden angebahnt: nur der, der den “Redepinguin” in der Hand hält, darf sprechen, mit zwei Händen melden=direkte Frage zum Erzählkind, leise auf die Brust klopfen=geht mir auch so/kenne ich/trifft auf mich auch zu) alternativ zur Erzählrunde haben wir ein Spiel gespielt. Im Anschluss wird gemeinsam gefrühstückt. Dank der phantasievoll gestalteten Frühstückssets der Eltern schmeckt es doppelt so gut. Während des Frühstücks lese ich gerne vor. Das aktuelle Buch “Der kleine Drache Kokosnuss geht zur Schule” stieß dabei auf großen Zuspruch. Um 9.30 Uhr klingelt es zur ersten großen Pause. Nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten und kleineren Unsicherheiten einzelner, gehen mittlerweile alle Kinder, mindestens zu zweit, gerne in die Pause. Auch das ist eine große Leistung für Schulanfänger. Nach der Pause geht der “richtige” Unterricht los. In dieser ersten Woche haben wir viele Übungen zur Förderung der Motorik, der Wahrnehmung, der Raum-Lage-Beziehungen, der Ruhe und Konzentration, des genauen Hinhörens etc. gemacht. Erste Silben geklatscht und gemalt, gereimt und ein Klassenplakat gemeinsam gestaltet. Im Sachunterricht beschäftigen wir uns intensiv mit unserer Schule bzw. unserem Schulhof. Und gerade heute bei dem Endlich-Sommer-Wetter hatten die Kinder glücklicherweise die Geräteausleihe in der letzten Stunde ganz für sich allein. Die fröhlichen Gesichter (siehe Fotos) sprachen Bände. Am Ende des Schultages kommen wir noch einmal im Stehkreis zusammen, lassen den Tag Revue passieren und verabschieden uns.

Ich freue mich auf die nächste Woche.

Hier noch ein paar visuelle Eindrücke:

3 Comments on Was für eine Woche

  1. Sabine engel
    18. August 2012 um 09:41 (5 Jahre ago)

    Ganz super ;) tolle Idee, bin begeistert mit anzusehen was so in der Schule passiert.
    Freu mich ;-)
    Glg Sabine

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  2. Elisabeta Lopes de Oliveira
    19. August 2012 um 22:50 (5 Jahre ago)

    Super!!!
    Vielen Dank für die vielen Eindrücke.
    Wir sind stolz auf die Kinder und deren Lehrerin.
    Und besonders schön finden wir,dass unser Sohn Schule spannend findet
    und gerne hingeht.

    Antworten
  3. stephan eckert
    23. August 2012 um 20:31 (5 Jahre ago)

    ich habe den blog mit begeisterung gelesen. karol erzählt zwar von der schule und wir wissen, dass silben geklatscht werden und das ihm alles sehr viel spaß macht, aber einen rundumblick, den bekommt man nur durch den blog. tolle idee! da kann man tatsächlich ein bisschen das mäuschen sein, das irgendwie dabei ist. vielen dank!

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